12
Nov
2019

Bericht vom 1. „Runden Tisch für Kindertagespflege“ in Berlin

Der „Runde Tisch für Kindertagespflege“ – gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen

Am 28. September 2019 fand in Berlin ein Runder Tisch der Kindertagespflege statt, zu dem die Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen e.V. alle Landesverbände sowie Vertreter des Familienausschusses vom Bundestag eingeladen hatte.

Ziele waren vor allem: die aktuelle Situation der Kindertagespflege zu erfassen, Kräfte zu bündeln und Wege für bessere Rahmenbedingungen bundesweit zu finden. Die Novellierung des SGB VIII hatte dabei oberste Priorität.

Zehn Bundesländer waren vertreten: Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen – die meisten durch ihren Landesverband für Kindertagespflege. Zwei weitere Bundesländer waren angemeldet, mussten aber wegen Erkrankung kurzfristig absagen.

Leider hatte sich nur ein Bundestagsabgeordneter bereit erklärt, an der Veranstaltung teilzunehmen, aber auch kurzfristig abgesagt. Die Familienministerin Frau Giffey hatte sich entschuldigt, wobei wir einen Nachfolgetermin in Aussicht gestellt bekommen haben, auf Fachebene im Ministerium ins Gespräch zu kommen. Dieser wurde auch inzwischen verbindlich bestätigt.

Alle Anwesenden konnten sich näher kennenlernen und feststellen, dass jeder mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat. Abgesehen von der Länderpolitik liegt die Hauptursache im aktuellen SGB VIII, welches längst nicht mehr zeitgemäß ist, aber die Grundlage für alles Weitere vorgibt.

Es gab einen regen Austausch beim World Café mit den Themen:
„Öffentliche Förderung der Kindertagespflege“
„Anspruch auf Förderung“
„Aufgaben der Jugendhilfe/Fachberatung“
„Zusammenschlüsse/Vernetzung“,
jeweils mit Handlungszielen und möglichen Handlungswegen.
Ziel war hierbei, den von der Berufsvereinigung vorliegenden Novellierungsentwurf des SGB VIII zu untermauern und zu ergänzen. Alle neuen Vorschläge werden nun mit eingearbeitet, mit dem Verweis auf den Runden Tisch, um unsere Geschlossenheit auszudrücken.

Die Berufsvereinigung teilte an alle Teilnehmer eine aktuelle Broschüre aus, in der die letzten Statistiken zur Kindertagespflege, aktuelle Studien und Rechtsprechungen, Fakten, politische Entwicklung der Kindertagespflege sowie Ziele und der Novellierungsentwurf enthalten sind. Diese Broschüre ist ein erstes Sammelwerk, um Politiker über die aktuelle Situation der Kindertagespflege aufklären zu können. Die Ergänzungen zur Novellierung werden nun noch mit eingepflegt.
Eine der Studien wurde persönlich von Frau Keller vom Landesverband Baden-Württemberg vorgestellt. „Mindestens den Mindestlohn“ warf bei manchen Anwesenden noch einige Fragen auf, die sehr anschaulich beantwortet werden konnten.

Der Veranstaltung verlief sehr erfolgreich, und alle waren sich einig, dass wir uns im 1. Halbjahr 2020 erneut treffen wollen. Bis dahin wünschten sich alle eine direkte Vernetzung und Austausch.

Auf großes Interesse stieß der Vorschlag, gemeinsam eine bundesweite Kampagne zu planen und durchzuführen, unter professioneller Anleitung. Dem werden wir weiter nachgehen.

Am 20. Januar 2020 findet erst einmal ein Gespräch mit Frau Dr. Schmid-Obkircher, Leiterin des Referates „Rechtsfragen der Kinder- und Jugendhilfe“ und Katja Köhler, „Qualitätsentwicklung in Kindertagesstätten und Kindertagespflege“ im Familienministerium in Berlin statt. Teilnehmen werden daran Ariane Schneider-Müllenstädt, 1. Vorsitzende der BvK e.V., Alexandra Bayram, 2. Vorsitzende BvK e.V. und Rechtsanwältin Carmen Stocker-Preisenberger. Es geht um Aufklärungsarbeit und die Forderung nach einer Novellierung des SGB VIII, belegt mit Hilfe der Broschüre und Erfahrungen aus dem Alltag und der Rechtsprechung.

Wir sind zuversichtlich, dass sich etwas bewegt. Eine große Gemeinschaft kann mehr bewirken.

Wir danken allen Teilnehmern für ihr Kommen und ihr Arrangement für die Kindertagespflege!

 

Ariane Schneider-Müllenstädt
1. Vorsitzende BvK e.V.

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